Handys haben heutzutage quasi standardmäßig eine mehrere Megapixel auflösende Kamera integriert. Nicht anders ist das bei den Handys der Kategorie Smartphone und damit auch beim iPhone.
Spätestens seit dem iPhone 4 ist auch das Thema HDR für das Handy in aller Munde. Doch die native Kamera-Anwendung von Apple mit “HDR-Funktion” genügt vielen bisher und mir ebenso nicht.
Programme, die HDR für das iPhone versprechen gibt es im iTunes Store bereits wie Sand am Meer, doch welches kann man empfehlen?
Wer oder was ist HDR?
Zunächst sollte ich mir die Zeit nehmen, den technisch weniger interessierten Leser abzuholen, indem ich kurz auf das Kürzel HDR eingehe. “High dynamic range” oder “high dynamic range image” (HDRI) steht für Bilder mit enormen Kontrasten bzw. für Bilder, die die in der Realität vorkommenden extremen Helligkeitsunterschiede möglichst detailgetreu darstellen.
Den gegenteiligen Effekt kennt beinahe jeder, der im Abendrot oder bei einer Kellerparty einmal mit der Digitalkamera herumgespielt hat: entweder die Fotos beleuchten (z.B. mit Blitz) nur den Vordergrund gut oder eben nur den Hintergrund. Das menschliche Auge kommt mit solchen Unterschieden bei der Helligkeit ganz gut klar, die normale 0815-Kamera allerdings keines Falls.
Ich möchte an dieser Stelle kurz klar stellen, dass ich, wenn ich in diesem Artikel von “HDR” spreche, eigentlich Bilder meine, die auf einem normalen Bildschirm angezeigt werden können und sich lediglich (Bruchstücken) der Technik hinter “richtigen HDR-Bildern” bedienen. Wer den genauen Unterschied zwischen HDR- und “normalem” Bild nicht kennen will, darf den nächsten Absatz überspringen; ich möchte nur den Freaks unter meinen Lesern zeigen, dass mir der Unterschied (im Groben) bekannt ist.
HDRIs (also “HDR-Bilder”) können eigentlich nur von Spezialkameras aufgenommen werden und dann als 3D-Computerbild generiert oder in eine “normale digitale Grafik” umgewandelt werden. HDRI-Rohdaten sind also sozusagen die Quelle für das, was wir Ottonormalmenschen auf einem Fernseher, PC-Monitor oder auf dem Handy betrachten. Spätestens jetzt sollte ja auch klar sein, dass selbst das von Apple so gelobte iPhone ein echtes HDR-Bild niemals leisten kann.
Um es nun auf den Kern herunterzubrechen, handelt es sich bei HDR-Aufnahmen um mehrere Aufnahmen der selben Szene mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen, die dann übereinandergelegt werden. Das heißt im Umkehrschluss, dass ein fertiges HDR-Bild mindestens aus zwei “Rohaufnahmen” bestehen muss.
Den Qualitätsunterschied zwischen einem Bild, das nur auf HDR “getrimmt” wird, und einer HDR-Aufnahme, die tatsächlich aus mehreren Einzelbildern besteht, kann man sich auf dem iPhone übrigens schnell sichtbar machen: man nehme ein Foto mit Apples Kamera-App und aktivierter HDR-Funktion auf und vergleiche die Aufnahme mit einem von der App Pro HDR aufgenommenem HDR-Bild der selben Szenerie.
[Anmerkung: Wer jetzt schon nicht mehr warten kann, muss nur auf Seite 2 des Artikels springen. Dort geht es nicht mehr um die HDR-Technik, sondern nur noch um die App
]
Genau wegen des kleinen aber bedeutsamen Unterschiedes zwischen HDR-Aufnahme und einer Aufnahme, die “nur so tut als ob”, kann ich in diesem Artikel “nur” Pro HDR vorstellen. Leider ist mir bis jetzt keine andere App untergekommen, die auch wirklich mehrere Bilder für das Generieren einer HDR-Aufnahme heranzieht.
Wozu HDR?
Jetzt mag man sich fragen, wozu man solche HDR-Funktionen auf dem iPhone braucht? Richtig. Man braucht sie gar nicht. Aber das schöne an Smartphones ist ja, dass man damit mehr machen kann als nur Termine verwalten, Kontakte pflegen und Anrufe tätigen. Hin und wieder knippst man auch gerne ein Foto.
HDRIs sollen (m.E.) beim Betrachter eines Schnappschusses das selbe zeigen, was der Fotograf bei der Aufnahme des Fotos tatsächlich sah. Vor allem bei Landschaftsaufnahmen zeigt sich der Vorteil von HDRI zum LDRI (also dem normalen Bild), weil man sich nicht für eine gute Belichtung des Vordergrundes oder des Hintergrundes entscheiden muss.
Für den gemeinen Gelegenheitsknippser wie mich heißt das: nie wieder Aufnahmen von tief blauem Meer vor grauem Himmel oder von leicht grünlich-grauem Meer vor bayerisch-blauem Himmel.
Was man bei der Thematik HDR [bevor es nun gleich zur App geht] nicht verschweigen darf ist, dass man durch Herumspielen mit Beleuchtung, Kontrast, Farbbalance usw. auch unnatürliche, comicartige oder extreme Ergebnisse erzeugen kann. Wer bei der Bildersuche von Google einmal “HDR” eingibt und sich durch die Ergebnisse klickt, wird viele wirklich wundersame und beinahe gemalt wirkende Ergebnisse finden. Diese sind für mich zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.


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Welches ist das Plugin rechts ? Das brauche ich auch!